{"id":4206,"date":"2014-03-13T19:29:16","date_gmt":"2014-03-13T18:29:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?p=4206"},"modified":"2014-06-21T21:37:30","modified_gmt":"2014-06-21T19:37:30","slug":"2-rundbrief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?p=4206","title":{"rendered":"2. Rundbrief von Vincent"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4208\" src=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc1-300x220.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc1-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc1.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Liebe Freunde und Familie in der Heimat!<br \/>\nMein Dienst hier in Paraguay befindet sich jetzt, schon oder erst, in der zweiten Halbzeit. Bei den meisten anderen Freiwilligen um mich herum ist schon eine gewisse \u201eTraurigkeit\u201c zu sp\u00fcren. Da hei\u00dft es doch schon \u00f6fter: \u201eBoah, die Zeit ging echt schnell vor-bei. Jetzt sind\u2018s nur noch 6 Monate \u2013 die werden ja noch schneller vorbei sein.\u201c Da bekommt man fast den Eindruck, dass es morgen schon nach Hause geht.<br \/>\nEs stimmt aber, dass die Zeit schon recht schnell verging. Vor allem wenn man sie in diesen 3 Monats-Etappen betrachtet. In so einem Zeitraum passiert doch einiges. An dieser Stelle ist es vermutlich auch ganz gut zu erw\u00e4hnen, dass es mir immer noch gut geht.<br \/>\nAb und an bin ich mal ein wenig krank, so wie es halt kommt. Ab und an meldet sich auch ein wenig Sehnsucht nach der Heimat. Manchmal macht sie sich bei recht banalen Dingen bemerkbar. Da w\u00fcnscht man sich mal wieder eine stabile Internetverbindung oder einfach nur einen Toaster, um mal wieder Toast zu essen \u2026 also zumindest geht es mir so \u2026<br \/>\nNaja, aber um auf das Eigentliche zur\u00fcck zu kommen. Da sind zum einen die gr\u00f6\u00dferen Ereignisse die es so gibt \u2013 also Weihnachten und Silvester. Zum anderen sind da aber auch die kleineren Dinge, die zum Beispiel auf Arbeit oder in der Freizeit passieren, wie das Erscheinen von Fortsetzungen bestimmter Filme. Mit einem Freund habe ich mir hier den zweiten Hobbit-Film im Kino angesehen. Hier lief der Film kurz vor Weihnachten auf Englisch mit spanischen Untertiteln in den Kinos an.<br \/>\nWeihnachten selbst hab ich einfach mit einer Erk\u00e4ltung im Bett verbracht. \u2013 Na ja, daf\u00fcr h\u00e4tte ich nicht nach Paraguay gemusst, aber so etwas passiert eben auch \u2026<br \/>\nSilvester bin ich auch eher ruhig, mit einem Spaziergang durch Asuncion, angegangen. Mit einem anderen deutschen Freiwilligen, der nicht direkt zum CD geh\u00f6rt, wollte ich sehen, wie Silvester in Paraguays Hauptstadt gefeiert wird. Und naja, es wird gefeiert. Wobei ich mehr Feuerwerk erwartet h\u00e4tte! Das erstaunlichere Spektakel war eher ein Gewitter und die Blitze im Nachthimmel am Horizont. Aber andererseits werden hier auch schon zu Weihnachten B\u00f6ller und Feuerwerke gez\u00fcndet. Es ist hier halt kein so \u201ebesinnliches Fest\u201c wie in Deutschland. Die Leute haben auch nicht wirklich das Geld, zweimal so richtig Feuerwerk aufzufahren.<br \/>\nAber so viel zu den Festtagen.<br \/>\nAnfang Januar kam dann der vermutlich gr\u00f6\u00dfte Wechsel bei mir an Arbeit. Die paraguayischen Freiwilligen hatten alle Ferien. Sie waren den ganzen Januar \u00fcber nicht da. Daf\u00fcr bekamen wir f\u00fcr diese Zeit Kurzzeitfreiwillige aus dem Chaco. Das sind zum gr\u00f6\u00dften Teil die deutschsprachigen Paraguayer aus den Mennonitenkolonien. Kurzzeit bedeutet in diesem Fall aber auch, dass sie einen ganzen Monat bei uns sind. Bei anderen Stationen kamen Freiwillige f\u00fcr 2 Monate (Dezember und Januar). Dazu kam, dass die Leute die bisher bei mir in der chacra \u00fcber das CD gearbeitet haben, alle zum Ende des Jahres aufgeh\u00f6rt haben. Damit habe ich Anfang des Jahres einen \u201eneuen\u201c Chef in der Chacra und einen neuen Mitarbeiter bekommen. Die Anf\u00fchrungszeichen beim Chef kommen daher, dass er vorher schon 7 Jahre in der chacra war. 2013 hat er sich aber ein Sabbatjahr genommen. Er kennt sich also mit der Arbeit hier aus. In der chacra war ja auch noch ein Mitarbeiter von der Schule, mit der wir uns das Grundst\u00fcck teilen. Der hat Mitte Januar auch aufgeh\u00f6rt und ein neuer kam. Damit hatte ich zumindest an dieser Stelle doch erst einmal fremde Gesichter um mich.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4210\" src=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc2-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc2-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc2.jpg 550w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Im Januar war dann auch noch das Zwischenseminar. Unsere Verantwortlichen von CD-Deutschland sind angereist und die anderen Freiwilligen, die in S\u00fcdamerika unterwegs sind. Damit waren die Freiwilligen aus Paraguay, Bolivien und Uruguay an einem Ort versammelt. Durch die ersten Seminare in Deutschland waren es schon bekannte Gesichter. Das ganze Zwischenseminar ging 5 Tage. Wir hatten eine echt geniale Zeit zusammen. In dieser Zeit haben wir uns \u00fcber unseren Dienst ausgetauscht. Wir haben auch zum Teil Neues \u00fcber Aspekte unseres Dienstes und \u00fcber Geschehnisse in Deutschland gelernt. Nach dem Zwischenseminar ging vorerst die Arbeit weiter. Aber das Wochenende darauf war ich schon wieder unterwegs. Diesmal ging es mit zwei anderen deutschen Voluntarios in Richtung Argentinien. Es war ein eher kurzer Ausflug. Wir sind mit den regul\u00e4ren Bussen einfach kurz \u00fcber die Grenze gefahren, um in der n\u00e4chsten Stadt zu \u00fcbernachten und unser Visum zu erneuern. Gleich nach meinem Arbeitsschluss sind los. Das war aber auch schon wieder ein kleines Abenteuer f\u00fcr sich. Wir sind erst in den falschen Bus gestiegen und haben noch einmal eine Runde um einen H\u00e4userblock in Asuncion gedreht, bis wir dann in den richtigen umgestiegen sind. Dann hat auch unsere Terer\u00e9 (Mate-Tee) Ausstattung nicht so funktioniert wie sie sollte und wir mussten die ersten Busfahrten ohne auskommen. Dadurch kamen wir aber ins Gespr\u00e4ch mit einem Argentinier, der in Paraguay studiert und gerade nach Hause fahren wollte. Er wurde an der Grenze von seiner Mutter abgeholt \u2013 und hat uns kurzerhand mitgenommen in den n\u00e4chsten Ort, wo er wohnte. Er und seine Mutter haben uns dann auch noch geholfen, unser Geld zu einem normalen Kurs zu wechseln und ein Hotel zu finden. Dann hat er uns auch noch ein wenig von dem Ort gezeigt, der aber zugegebenerma\u00dfen nicht sooo spannend war. Nach der \u00dcbernachtung im Hotel waren wir noch einmal kurz im Ort unterwegs, haben uns etwas zum Mittag geschnappt und sind dann auch wieder mit dem Bus \u00fcber die Grenze.<br \/>\nGegen 16:00 Uhr kamen wir im CD-Heim an. Dort gab es eine Gruppe von Leuten, die auf den Cerro Lambar\u00e9 (so etwas wie einen \u201eBerg\u201c in Asuncion) wollten. Also hab ich mich dort noch mit eingeklinkt und sa\u00df keine 15 Minuten sp\u00e4ter wieder in einem Bus. Nach diesem Wochenende ging es wieder wie gewohnt zur\u00fcck zur Arbeit.<br \/>\nDer Rest des Januars verlief \u00e4u\u00dferst angenehm, vor allem da auch die Arbeit mit den Kurzzeitfreiwilligen echt gut funktionierte. Sie waren sehr motiviert, hatten viele gute Ideen und haben sich enorm angestrengt. Damit haben aber manche der Paraguayer Probleme. Wobei es bei dem Paraguayern auch eine v\u00f6llig andere Situation ist, denn sie arbeiten zum Teil deutlich l\u00e4nger als ein Jahr an einem Ort. Sie m\u00fcssen dabei vor allem konstant bei der Arbeit sein. Dadurch schleicht sich aber auch Routine ein. So eine Motivation wie die Aleguayos sie an den Tag legten, kann man aber auch schwer f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit durchhalten.<br \/>\nDer vorerst letzte gr\u00f6\u00dfere Wechsel beim Personal kam Anfang Februar. Zwei der alten Voluntarios kamen aus den Ferien zur\u00fcck und zwei neue haben begonnen. W\u00e4hrend der Ferienzeit der Paraguayer waren Maurice und ich nur zu zweit in unserem Zimmer. Jetzt wurde daraus ein 4-Mann-Zimmer, in dem jetzt auch mein neuer Chacra-Kollege schl\u00e4ft.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-4211\" src=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc3-300x223.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc3-300x223.jpg 300w, https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/vinc3.jpg 605w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Mitte Februar haben wir dann noch einmal einen Ausflug gemacht. \u201eWir\u201c bedeutet dieses Mal: drei andere deutsche Jungs und ich. Es ging in den Chaco. Leider war es auch wieder nur ein Wochenende, das wir dort verbracht haben. Aber auch dort haben sie sich wieder extrem viel M\u00fche gemacht, um uns eine tolle Zeit zu er-m\u00f6glichen. Man kann sagen, es hat uns an nichts \u2013 au\u00dfer an Schlaf \u2013 gefehlt. Es gab aber genug andere Dinge zu tun oder zu sehen. Wir hatten eine gute Gemeinschaft und gutes Essen. Wir sind geritten und haben eine Art Zielschie\u00dfen gemacht. Wir sind \u00f6fter mit einem Pickup gefahren \u2013 sofern sich die M\u00f6glichkeit bot auch auf der Ladefl\u00e4che \u2013 und haben dabei einiges von der Umgebung gesehen. Es gab ein extra f\u00fcr uns ausgearbeitetes Programm, wo verschiedene Aleguayos sich etwas \u00fcberlegt oder angeboten haben etwas zu organisieren oder einfach vorbeischauten, bei dem was wir gerade vor hatten.<br \/>\nDas waren jetzt erst einmal die gr\u00f6\u00dferen Dinge, die geschehen sind. Dazu kommen dann noch andere Dinge: wie der kleine \u201eHauskreis\u201c, den wir deutschen Jungs jetzt immer dienstags machen, die \u201enoche social\u201c, die manchmal mittwochs stattfindet oder \u00e4hnliches. Es hat sich auch die Anzahl von Patienten erh\u00f6ht, die zur Zeit in der Chacra arbeiten. Vorher waren es sechs. In der letzten Woche sind es acht geworden. Mit der Regelm\u00e4\u00dfigkeit, mit der manche der Patienten kommen, gibt es aber auch Probleme. Es hat sich aber doch schon um einiges gebessert.<br \/>\nBei der Arbeit gibt es auch einige System\u00e4nderungen. Sie betreffen vor allem das nachmitt\u00e4gliche Programm. W\u00e4hrend des Januars waren wir aus der Chacra meistens frei gestellt von den Spielen, die dann stattfinden. Wir hatten in der Zeit noch weitere Arbeiten zu erledigen. W\u00e4hrend des Februars lief das auch zum gr\u00f6\u00dften Teil so weiter. Seit Dezember gibt es \u00fcberhaupt richtig festgelegte Pl\u00e4ne, wer an welchem Tag f\u00fcr diese Programmpunkte verantwortlich ist. Man kann sich also schon vorher Gedanken machen. Es l\u00e4uft nicht so wie vorher weiter, dass man meist eher spontan sich etwas \u00fcberlegt, was dann oft Spiele sind, die man schon vorher x-mal gemacht hat. Auch an anderen Stellen gibt es bei der Planung Ver\u00e4nderungen und auch Verbesserungen. Es bleibt aber so oder so ziemlich anstrengend.<br \/>\nVor allem ist es schwierig, jeden Tag neu motiviert zu sein. Wie wollen wir unsere Patienten zu Arbeit oder Spiel motivieren, wenn wir selbst gerade ziemlich durch-h\u00e4ngen oder einfach mit M\u00fcdigkeit zu k\u00e4mpfen haben? Wir haben dann zwar zum Gl\u00fcck unsere Mitfreiwilligen, die uns dann unterst\u00fctzen, aber es gibt Tage, die zehren schon recht stark.<br \/>\nDie Gemeinschaft und der Austausch mit den anderen, wie z.B. bei den Hauskreisen und dem Zwischenseminar, sind gro\u00dfe St\u00fctzen. Genauso wie das Beten und Bibel-lesen, bei dem ich endlich auch zu einer Regelm\u00e4\u00dfigkeit komme.<br \/>\nAn dieser Stelle werde ich jetzt mal einen Schlussstrich ziehen, einfach damit es nicht zu lang wird. Die Anzahl an Bildern ist f\u00fcr diese Zeit etwas kleiner. An der Arbeit mache ich im Moment so gut wie keine Bilder, da ich zu selten dazu komme, schlie\u00dflich arbeite ich ja \u2026<br \/>\nFalls jemand noch etwas genaueres von mir wissen will, kann er sich gern per E-mail bei mir melden.<br \/>\nBleibt noch zu sagen, herzliche Gr\u00fc\u00dfe und Gottes Segen in die Heimat!<br \/>\nEuer Vincent<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Freunde und Familie in der Heimat! 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