{"id":16163,"date":"2022-08-08T15:10:47","date_gmt":"2022-08-08T13:10:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?p=16163"},"modified":"2022-08-08T15:16:14","modified_gmt":"2022-08-08T13:16:14","slug":"16163","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?p=16163","title":{"rendered":"&#8230; wenn B\u00e4ume jubeln"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Jubeln sollen die B\u00e4ume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die<\/strong><br \/>\n<strong>Erde zu richten.<\/strong> 1. Chronik 16,33 (E)<br \/>\nAls J\u00e4ger bin ich oft im Wald, verfolge die Entwicklung der Natur, achte auf Menschen, die dem Wald schaden, weil sie zum Beispiel M\u00fcll illegal ablagern. Ich freue mich \u00fcber die Farbenpracht des Herbstes und die Sonne, die durch schneebeladene B\u00e4ume hindurch bricht. Wald ist eine herrliche Erfindung Gottes. Aber\u00a0 wie alle Sch\u00f6pfung ist sie keine unber\u00fchrte Natur. Die Welt ist kein Paradiesgarten \u2013 nirgends. Darum ist es\u00a0 nicht verwunderlich, wenn die Natur leidet. Vor ein paar Jahren war ich mit meinem Hund unterwegs. Es ging durch Buchen\/Hainbuchenbest\u00e4nde bis wir in einen der \u2013 im Habichtswald seltenen \u2013 Fichtenhorste kamen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-16164 size-medium\" src=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/forest-4867787_960_720-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/forest-4867787_960_720-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/forest-4867787_960_720-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2022\/08\/forest-4867787_960_720.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Bei strahlendem Sonnenschein fing es an zu regnen. Aber es waren keine Regentropfen, sondern Fichtennadeln, die aus den Kronen herabregneten. Die Fichten weinten, denn sie hatten keine Kraft mehr,\u00a0 sich gegen die Borkenk\u00e4fer zu wehren. Die Trockenheit hatte ihnen zugesetzt. Nach wenigen Wochen\u00a0 waren die B\u00e4ume kahl und tot. Heute k\u00f6nnen wir in unserem Revier die gesunden Fichten an einer Hand\u00a0 abz\u00e4hlen. Wer heute den Harz durchquert, f\u00e4hrt durch verw\u00fcstete Nadelw\u00e4lder. Riesige Kahlfl\u00e4chen\u00a0 wechseln sich mit vertrockneten Fichtenbest\u00e4nden ab, soweit das Auge reicht. Dort kann man sehen, was\u00a0 dem Osterzgebirge droht, wenn auch hier die Grundwasserpegel sinken. Auf dem Kamm kann man aber\u00a0 auch beobachten, was m\u00f6glich ist, wenn wir Menschen umkehren und unserem Auftrag nachkommen, die\u00a0 \u201eSch\u00f6pfung zu bebauen und zu bewahren\u201c. Filteranlagen und die Energiewende haben den W\u00e4ldern einen\u00a0 Neuanfang erm\u00f6glicht. Der Monatsspruch vom Jubel der B\u00e4ume des Waldes stammt aus einer Zeit, in der die W\u00e4lder rings um das Mittelmeer schon im Schwinden begriffen waren. Die tragenden Balken f\u00fcr den\u00a0 Tempel Salomos mussten schon aus dem Libanon importiert werden. Verw\u00fcstung der W\u00e4lder durch\u00a0 \u00dcberweidung und Raubbau an der Natur f\u00fchrte rings um das Mittelmeer zu den heutigen Karstgebieten. Der Flottenbau der seefahrenden V\u00f6lker, vor allem der r\u00f6mischen Legionen verlangten nach immer mehr Holz und gab den W\u00e4ldern den Rest. Die Ank\u00fcndigung jubelnder B\u00e4ume steht im Kontrast zu den sterbenden\u00a0 W\u00e4ldern jener Zeit und der Gegenwart. Aber Gott kommt, \u201ezu richten die Erde\u201c. Beim Wort \u201erichten\u201c ist\u00a0 weniger an eine Gerichtsszene zu denken, als vielmehr daran, dass die Dinge wieder \u201ezurecht\u201c gebracht\u00a0 werden. Die S\u00fcnde des Menschen hat die Welt aus dem Gleichgewicht gebracht. Wenn der Sch\u00f6pfer die\u00a0 Welt wieder in Ordnung bringt, dann kommen die B\u00e4ume zu ihrem Recht und das Wild, die Insekten und die Landwirtschaft. Wir leben in einer Welt, die durcheinander geraten ist. Das wird in der Bibel sehr realistisch gesehen. Erst mit der Erneuerung der Sch\u00f6pfung durch den Sch\u00f6pfer kommen die Dinge wieder ins Lot. Seit etwa 200 Jahren hat sich im westlichen Denken die Vorstellung einer paradiesischen Natur im\u00a0 Gegensatz zu einer vom Menschen geschaffenen Zivilisation breit gemacht. Die Natur \u2013 und besonders der\u00a0 deutsche Wald \u2013 werden verehrt, als seien sie der Rest des Paradieses. Dorthin flieht man aus dem Alltag, dort wollen immer mehr Menschen begraben werden. Friedw\u00e4lder breiten sich mehr und mehr aus. Die\u00a0 letzte Ruhest\u00e4tte suchen die Menschen nicht mehr in der N\u00e4he der Menschen, schon gar nicht in der N\u00e4he der Kirchen, sondern in der Waldeinsamkeit. Das Gesch\u00e4ft mit dieser Sehnsucht boomt. Friedw\u00e4lder sind eine Goldgrube f\u00fcr Aktion\u00e4re. Die ganze Sch\u00f6pfung sehnt sich nach dem \u201eOffenbarwerden der Kinder Gottes\u201c und \u201edie Sch\u00f6pfung wird frei werden von der Knechtschaft der Verg\u00e4nglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.\u201c (R\u00f6mer 8,21). Da wo wir uns als Kinder Gottes benehmen, atmen nicht nur die Menschen auf, sondern auch die Natur. Die B\u00e4ume werden jubeln, wenn Gott alles wieder zurechtbringt, &#8211; nicht zuletzt durch unseren gerechten, angemessenen Umgang mit der Sch\u00f6pfung.<br \/>\nFrank Forna\u00e7on<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jubeln sollen die B\u00e4ume des Waldes vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten. 1. 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