{"id":6961,"date":"2015-12-21T04:07:02","date_gmt":"2015-12-21T03:07:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?page_id=6961"},"modified":"2016-01-14T17:43:27","modified_gmt":"2016-01-14T16:43:27","slug":"ein-grosser-tag-fuer-vater-martin","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/?page_id=6961","title":{"rendered":"Ein gro\u00dfer Tag f\u00fcr Vater Martin"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Es war einmal ein armer Schuster, der hie\u00df Martin und lebte in einem kleinen Dorf in Russland. Durch das kleine Fenster seiner Werkstatt konnte er die Menschen sehen, die drau\u00dfen auf der Stra\u00dfe vor\u00fcber gingen. Zwar sah er nur ihre F\u00fc\u00dfe, doch erkannte er jeden an seinen Schuhen. Denn fast alle Schuhe hatte er gemacht oder repariert. Die Leute kamen deshalb gern zu Martin, denn er machte seine Arbeit gut und verlangte nicht zu viel Geld daf\u00fcr. Als der Heilige Abend kam und es drau\u00dfen dunkel wurde, z\u00fcndete Martin die \u00d6llampe an und las in seinem Lieblingsbuch. Es war die Bibel mit den vielen Geschichten von Jesus. Dann setzte er sich in seine Schaukelstuhl und <a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/HFA\/lukas2,1-20\" target=\"_blank\">las besonders gerne die Weihnachtsgeschichte<\/a>. \u2013 Pl\u00f6tzlich h\u00f6rte Vater Martin, wie jemand seinen Namen rief. <em>\u201eMartin\u201c<\/em>, klang es pl\u00f6tzlich ganz leise in seinem Ohr. Er blickte sich um. Aber niemand war da in seiner Werkstatt. Doch gleich darauf h\u00f6rte er die Stimme wieder: \u201e<em>Martin! Schau morgen hinaus auf die Stra\u00dfe! Ich will zu dir kommen.\u201c<\/em> Martin dachte, er habe getr\u00e4umt. War es Jesus, der aus der Stille zu ihm sprach? Am n\u00e4chsten Morgen sah er vor seinem Fenster ein Paar alte, geflickte Stiefel, und bald erkannte er auch den Mann, der sie anhatte. Es war der alte Stephan. Er schaufelte gerade den Schnee von der Stra\u00dfe. Die Arbeit strengte ihn sehr an. Er musste immer wieder stehen bleiben, um sich auszuruhen. Martin hatte Mitleid mit dem armen Mann und rief ihn zu sich herein. <em>\u201eKomm herein, Stephan! W\u00e4rme dich in meiner Stube!\u201c<\/em> Dankbar nahm Stephan die Einladung an. Er getraute sich kaum, mit dem Schnee an den Stiefeln die Stube zu betreten. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6964 alignright\" src=\"https:\/\/www.baptisten-schmiedeberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2015\/12\/teetasse.jpg\" alt=\"teetasse\" width=\"225\" height=\"300\" \/>Doch Martin redete ihm freundlich zu: <em>\u201eSetz dich zu mir an den Tisch, Stephan! Ich will dir ein Glas Tee einschenken. Der warme Tee wird dir gut tun.\u201c<\/em> Als Stephan gegangen war, schaute Martin bei der Arbeit wieder aus dem Fenster. Da sah er eine junge Mutter mit einem kleinen Kind auf den Armen. Die Frau fror in ihrem d\u00fcnnen Kleid. Sie versuchte, ihr Kind vor dem kalten Wind zu sch\u00fctzen. <em>\u201eKomm herein, junge Frau!\u201c<\/em> rief Martin ihr zu. <em>\u201eIn meiner Stube kannst du dich mit deinem Kind aufw\u00e4rmen!\u201c<\/em> Martin nahm die Suppe vom Herd, die er f\u00fcr sich selber gekocht hatte, und gab sie der Frau. <em>\u201eHier, iss etwas,\u201c<\/em> sagte er, denn er sah der Frau an, dass sie Hunger hatte. W\u00e4hrend die Mutter die Suppe a\u00df, nahm Martin das Kind auf seinen Scho\u00df und versuchte, es durch allerlei Sp\u00e4\u00dfe zum Lachen zu bringen. Dann gab er es der Mutter zur\u00fcck. Kaum war die Mutter mit dem Kind gegangen, da h\u00f6rte Martin ein Geschrei vor seinem Fenster. Eine Marktfrau schlug auf einen kleinen Jungen ein, der einen Apfel aus ihrem Korb gestohlen hatte. <em>\u201eWarte nur, du Dieb! Ich bring dich zur Polizei\u201c<\/em>, schrie sie zornig und zerrte den Jungen an den Haaren. Sofort rannte Martin auf die Stra\u00dfe hinaus. <em>\u201eLass ihn doch laufen\u201c<\/em>, sagte er zu der Frau. <em>\u201eEr wird es bestimmt nicht wieder tun. Den Apfel will ich dir bezahlen.\u201c<\/em> Da beruhigte sich die Frau, und der Junge musste sich bei ihr entschuldigen, weil er den Apfel gestohlen hatte. <em>\u201eSchon gut\u201c<\/em>, sagte die Marktfrau und ging weiter. Der Junge aber half ihr freiwillig, den schweren Apfelkorb zu tragen. Am Abend las Martin wieder in seinem Lieblingsbuch in der Bibel. Da h\u00f6rte er die Stimme an seinem Ohr: <em>\u201eMartin, Ich bin bei dir gewesen. Hast du mich erkannt?\u201c<\/em> &#8211; <em>\u201eWann? Wo?\u201c<\/em> fragte Martin erstaunt. <em>\u201eSchau dich einmal um\u201c<\/em>, sagte die Stimme. Da sah Martin pl\u00f6tzlich den alten Stephan im Licht der Lampe stehen und daneben die junge Mutter mit ihrem Kind. Auch den Jungen mit dem Apfel sah er und die Marktfrau mit dem Korb am Arm. <em>\u201eErkennst du mich jetzt?\u201c<\/em> fl\u00fcsterte die Stimme. Dann waren alle auf einmal verschwunden. Da freute sich Martin. Er schlug wieder seine Bibel auf und las, was Jesus gesagt hatte:<a href=\"http:\/\/www.bibleserver.com\/text\/HFA\/matthaeus25,40\" target=\"_blank\"><em> \u201eAlles, was ihr f\u00fcr einen meiner geringsten Br\u00fcder getan habt, das habt ihr f\u00fcr mich getan.\u201c<\/em><\/a> <strong>(Matth\u00e4us 25, 40)<\/strong><\/p>\n<h6 style=\"text-align: justify;\">(Nach einer Erz\u00e4hlung von Leo Tolstoi)<\/h6>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war einmal ein armer Schuster, der hie\u00df Martin und lebte in einem kleinen Dorf in Russland. 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