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Wir sind nicht ohne Trost!

Wer die Welt momentan sieht wie sie ist, der empfindet schon viel Trostlosigkeit. Unser Leben wird bedroht und ist unsicher geworden. Das gilt global aber auch vielfach persönlich. Man hat den Eindruck: Es wird immer schlimmer! Da verhungern Menschen, werden diskriminiert, ausgegrenzt und ihrer Möglichkeiten beraubt. Die Schwelle zur Gewalt ist immer niedriger geworden und macht vielen Angst. So verkriechen sich manche und bleiben auf Distanz, empfinden sich in ihrer Freiheit eingeschränkt. Da macht ein Bibelwort Mut, das Christen weltweit als begleitendes Motto für dieses Jahr 2016 glauben und erfahren wollen: „Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ (Jesaja 66, 13) Ich erinnere mich an so manche Situation, wo ich als Kind gestürzt war und den Trost meiner Mutter erlebt habe. Wie sie mich auf ihren Schoß nahm und durch ihre beruhigenden Worte jeden Schmerz und jede Angst vertrieb. Wer kennt das nicht? – Wir brauchen Trost – nach einem schmerzlichen Verlust, nach einem heftigen Streit, nach folgenreichen Fehlern, nach empfindlichen Niederlagen! Ohne Trost zu sein, das ist schlimm! Etwa, wenn eine Beziehung auseinandergeht und keiner da ist, der den Schmerz mit uns teilt. In einem Film kürzlich sagte jemand: „Die Trauer wird nicht weniger, wenn jemand allein ist!“ Wenn es uns elend geht, ist das schon schlimm genug. Aber in diesem Elend dann allein sein zu müssen, das ist so furchtbar trostlos. – Nun bietet Gott uns seinen Trost an! Was diese Welt und uns quält, das kann er drehen, wenden, beugen, beenden, besiegen. Jedenfalls glaube ich an einen so starken Gott! Und habe ihn so auch schon erlebt, wenn ich am Boden lag und eben niemand da war, mit dem ich meine Traurigkeit teilen konnte. Ich kann Gott anrufen, ihn um Hilfe bitten, meine Wut und Enttäuschung vor ihm heraus schreien – und erfahre es dann auch, dass ich – auch wenn es vielleicht einige Zeit dauern mag – neu aufatmen kann. Das ist befreiend! Und wer dieses Glück einmal erfahren hat, der kann auch anderen wieder Hoffnung vermitteln. Nicht mit einem coolen Spruch: „Es wird schon wieder werden!“ Oder: „Kopf hoch, nimm es dir nicht so zu Herzen!“ Oder – wie mein Großvater manchmal burschikos sagte: „Indianer kennen keinen Schmerz!“ – Sondern einfühlsam, mitleidend, Anteil nehmend, oft auch schweigend und sparsam mit Worten. Einem Traurigen das Gefühl geben, nicht allein zu sein mit seiner Not. Und wenn da noch irgendwie Gott mit ins Spiel kommt – durch Worte der Bibel, durch ein Lied im Gesangbuch, durch ein Gebet, dann kann es tatsächlich passieren, dass der Trost tiefer geht und wirksam wird. Und ein ehemals Trostloser wieder Zuversicht gewinnt. Wir sind nicht ohne Trost!

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