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roter Stuhl Nr.114

Liebe Gemeinde, ich bin einer von 120 roten Stühlen, die seit 16. Januar 2012 in eurer Friedenskapelle stehen. Ich möchte uns vorstellen und berichten, wie alles begann:
Aus eurer Mitte gab es jemanden, der bereit war, viel Geld für uns auszugeben. Das ist relativ selten, glaube ich. Ein gewisser Herr Hutloff hat uns dann bestellt und wir wurden auf eine lange Reise geschickt.
Während ich mit noch 2 anderen Stühlen in einem von 41 Pappkartons verpackt war, haben wir uns vorgestellt, wie es wohl in Schmiedeberg aussehen würde. Plötzlich fuhr der LKW ganz langsam und auch noch rückwärts und dann hörten wir Stimmen. Es waren eindeutig männliche und sächsische – also mussten wir in Sachsen angekommen sein. Dann ging es los: In einem rasanten Tempo wurden meine Kameraden und ich abgeladen, getragen, hingestellt und von hübschen jungen Mädchen ausgepackt. Sie haben auch noch die viele Pappe, die uns vor der Kälte schützen sollte, sorgfältig zusammengelegt. Danach waren wir 120 allein.
Am nächsten Morgen sahen wir ein Kreuz an der Wand, eine Kanzel und einen Altartisch- es musste also ein Haus sein, in welchem sich sonntags viele Leute auf uns setzen und es bequemer haben wollen. Mittwochabend, es war schon dunkel, kamen 2 Männer und packten uns und stellten uns in Reihen auf. Ich hörte, wie sie immer wieder sagten: “Es müssen unbedingt 12 Stühle in eine Reihe, die sind breiter als die Alten.“ Dann sang ein Chor und seitdem stehen wir hier und warten auf euch.
Wir sind gekommen, um euch das Sitzen komfortabler zu machen und auf gespendeten Stühlen sitzt man doch besonders gut, oder? Lasst uns Zeit, um uns aneinander zu gewöhnen und schätzen zu lernen!

Euer roter Stuhl Nr.114

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